Interview: Wie setzt man betriebliches Gesundheitsmanagement um?

Der Gesundheitszustand eines Arbeitnehmers hat nicht nur Einfluss auf die Qualität der Arbeitsweise, sondern auch die Mitarbeiterzufriedenheit. Viele Arbeitgeber erkennen dies und bieten unterschiedliche Programme und Möglichkeiten für ihre Mitarbeiter an.

Wir haben mit Frau Kröger-Beckmann von Vilomix gesprochen, wie ein solches Konzept des betrieblichen Gesundheitsmanagements ausgestaltet werden kann und was es bedeutet. Jetzt weiterlesen!

Was bedeutet BGM?

Elisabeth Kröger-Beckmann: Unter BGM verstehen wir die Entwicklung betrieblicher Rahmenbedingungen, Strukturen und Prozesse, die die gesundheitsförderliche Gestaltung von Arbeit und Organisation im Betrieb (beziehungsweise Unternehmen) sowie die Befähigung zum gesundheitsförderlichen Verhalten der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zum Ziel haben.

Anhand welcher Maßnahmen setzen Sie das betriebliche Gesundheitsmanagement um?

Elisabeth Kröger-Beckmann: Wir setzen das betriebliche Gesundheitsmanagement anhand folgender Maßnahmen um:

  • Analyse der einzelnen Arbeitsplätze und Arbeitssituationsanalyse
  • Einmal jährlich Mitarbeiterzufriedenheitsanalyse und einmal jährlich Mitarbeitergespräche
  • Aufbau eines Informations- und Kommunikationssystems
  • Schulung von Multiplikatoren im Bereich Ergonomie
  • Wir bieten eine Mitgliedschaft bei Qualitrain, einen Obstkorb, Massagen und Angebote zum Thema Ernährung an

Wann haben Sie das betriebliche Gesundheitsmanagement im Unternehmen eingeführt?

Elisabeth Kröger-Beckmann: In unserem Unternehmen wurde das Gesundheitsmanagement im Jahr 2017 eingeführt und umgesetzt.

Wer ist im Unternehmen daran beteiligt und sorgt für die Umsetzung der Angebote?

Elisabeth Kröger-Beckmann: Neben der Geschäftsleitung sind das Team Gesundheit, bestehend aus 7 Mitarbeitern aus verschiedenen Bereichen, und die Multiplikatoren an der Umsetzung des betrieblichen Gesundheitsmanagements beteiligt.

Interview:Gesundheitsmanagement_Stress
Ein optimales Gesundheitsmanagement sorgt für eine gute Work-Life-Balance. (© stock.adobe.com/Andrey Popov)

Welche Vorteile gehen mit dem betrieblichen Gesundheitsmanagement einher?

Elisabeth Kröger-Beckmann: Durch ein gut geführtes Gesundheitsmanagement sorgen wir dafür, dass gesundheitliche Risiken minimiert werden und auch die Arbeitszufriedenheit gesteigert wird.

Wie werden die Angebote seitens der Mitarbeiter aufgenommen?

Elisabeth Kröger-Beckmann: Unsere Mitarbeiter interessiert sich für unterschiedliche Themen. Je nach Interessenlage werden die Angebote durch unsere Mitarbeiter unterschiedlich angenommen.

Wie haben Sie das betriebliche Gesundheitsmanagement während Homeoffice Zeiten umgesetzt?

Elisabeth Kröger-Beckmann: In Homeoffice-Zeiten war das Thema schwierig umzusetzen, da die Mitarbeiter nicht vor Ort und Maßnahmen in Präsenz nicht möglich waren. Dementsprechend haben die Führungskräfte regelmäßigen Kontakt zu ihren Mitarbeitern gehalten.

Außerdem hat das BGM-Team ein kleines Video erstellt, mit dem die Kolleginnen und Kollegen motiviert werden sollten, regelmäßig Pausen zu machen und sich zu bewegen.

3 Tipps für Teambuilding Maßnahmen trotz Homeoffice

Wir können wir trotz Homeoffice den Kontakt zu unseren Teammitgliedern halten und verbessern? Wir haben drei Tipps!

Welche Ziele hat sich das Unternehmen bei der Gesundheitsförderung gesetzt?

Elisabeth Kröger-Beckmann: Bei Vilomix haben wir uns drei Dinge im Bereich Gesundheitsförderung vorgenommen:

  • Gesundheitliche Risiken im Betrieb minimieren
  • Die Arbeitszufriedenheit erhöhen und Arbeitssituationsanalysen eigenständig durchführen
  • Maßnahmepläne erstellen, diese analysieren und auf deren Umsetzung achten

Welche Erfolge konnten Sie hierbei bisher verbuchen?

Elisabeth Kröger-Beckmann: Seit Einführung des betrieblichen Gesundheitsmanagements im Jahr 2017 konnten wir folgende Erfolge verbuchen:

  • Analyse und Verbesserung der Ergonomie am Arbeitsplatz
  • Aufbau eines Informations- und Kommunikationssystems
  • Schulung unseres BGM-Teams
  • Angebote zum Thema Ernährung, wie z. B. den Kochkurs „Schnelle Feierabendküche“
  • Angebote zum Thema Entspannung, wie z. B. Massagen
  • Angebote zum Thema Bewegung, wie z. B. Qualitrain oder Wassergymnastikgestellt

Haben Sie sich für die Umsetzung des betrieblichen Gesundheitsmanagements einen Partner gesucht?

Elisabeth Kröger-Beckmann: Ja, wir haben uns hierfür einen Partner gesucht und werden von der AOK sehr gut unterstützt.

Bis wann planen Sie das Programm fortzuführen? Und wie wird das BGM auch in Zukunft aussehen?

Elisabeth Kröger-Beckmann: Das Programm soll dauerhafter Bestandteil der Unternehmenskultur sein. Das heißt, dass das betriebliche Gesundheitsmanagement von der Geschäftsführung und den Führungskräften mitgetragen und unterstützt wird.

Außerdem soll das BGM-Team eigenständig Arbeitssituationsanalysen durchführen, die Maßnahmepläne erstellen, diese analysieren und auch auf deren Umsetzung achten. Dadurch wird in unserem Unternehmen ständig darauf geachtet, dass die Arbeitsbedingungen gut sind.

Fazit: betriebliches Gesundheitsmanagement ist die Zukunft

Ein durchdachtes betriebliches Gesundheitsmanagement ist aktuell nicht mehr aus einer optimalen Unternehmensstruktur wegzudenken. Das Arbeitsklima ist einer der wichtigsten Faktoren, der zum produktiven und gewinnbringenden Arbeiten beiträgt und bedarf deshalb auch einer besonderen Pflege. Sind die Mitarbeiter zufrieden, gesund und motiviert, laufen Workflows reibungsloser und effektiver.

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