Fachkräftemangel: Das sind die Auswirkungen auf dem Arbeitsmarkt

Der Fachkräftemangel in Deutschland bedeutet nicht nur einen Mehraufwand beim Recruiting in den Unternehmen, sondern bedeutet für verbliebene Mitarbeiter Überstunden und Mehrarbeit.

Doch woher stammt der erhebliche Fachkräftemangel und welche Berufsgruppen trifft er insbesondere? Erfahre in unserem Beitrag mehr über den Fachkräftemangel und die Auswirkungen auf den deutschen Arbeitsmarkt!

Warum gibt es einen Fachkräftemangel in Deutschland?

Der Hauptauslöser für den Fachkräftemangel in Deutschland ist der demographische Wandel. Dieser beschreibt die Bevölkerungsentwicklung mit ihren Veränderungen in Bezug auf die Altersstruktur, die Anzahl der Geburten, Sterbefälle, Geschlechterverhältnis, Anteile von Inländern, Ausländern und Eingebürgerten sowie Zu- und Fortzügen. Die aktuelle Bevölkerungsentwicklung weist eine sinkende Zahl der Menschen im jüngeren Alter auf und eine gleichzeitig steigende Zahl älterer Menschen. Doch was ist die Ursache für die zunehmend alternde Gesellschaft?

Unterschiedliche Gründe für den Fachkräftemangel

Eine Frau in Deutschland erwartet durchschnittlich nur noch 1,54 Kinder und der Altersdurchschnitt bei der ersten Geburt liegt bei 30 Jahren (Stand 2020).

Die Lebenserwartung ist dafür stark gestiegen. Dies ist die Folge verbesserter Lebensumstände, der Rückgang der Raucherquoten und des Alkoholkonsums sowie der fortgeschrittenen medizinischen Versorgung.

Auch der gesellschaftliche Wandel trägt zur niedrigen Geburtenrate bei: die Schwierigkeit, Arbeit und Familie zu vereinbaren sowie berufliche Anforderungen verleiten dazu, nur wenige oder keine Kinder zu bekommen. Die alternde Gesellschaft verstärkt schließlich die Engpässe im Fachkräftebereich. Weniger Menschen sind im erwerbsfähigen Alter und das Stellenangebot in beispielsweise Pflegeberufen wächst.

Berufsorientierung: Darum hilft ein freiwilliges Praktikum

Du weißt noch nicht, welchen Beruf du nach deinem Abschluss ergreifen möchtest? Ein freiwilliges Praktikum hilft dir nicht in verschiedene Bereiche reinzuschnuppern und festzustellen, welcher Beruf dir Spaß macht.

Welche Berufsgruppen betrifft der Fachkräftemangel am stärksten?

Im Jahresdurchschnitt von 2021 und 2022 gab es in den Bereichen Sozialarbeit und -pädagogik mit einer Zahl von 20.578 fehlenden Arbeitskräften die größte Lücke an Fachkräften. Knapp darunter liegt die Kinderbetreuung und -erziehung mit 20.466 unbesetzten Stellen. Auf Platz drei findet sich die Altenpflege ein, welche besonders in Bezug auf den demographischen Wandel ein großes Problem für die Gesellschaft darstellt.

© statista

Fachkräftemangel: Warum sinkt auch die Zahl der Ausbildungsverträge?

Die letzten zwei Jahre auf dem Ausbildungsmarkt standen unter starkem Einfluss der Corona-Krise. Die untenstehende Statistik zeigt, dass im Jahr 2020 die Anzahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge drastisch gesunken ist. Im Jahr 2019 waren es noch 525.038 Azubis, im Jahr darauf nur noch 467.485. Seit 1992 sank die Zahl im Jahr 2020 erstmals unter 500.000. Die Bundesagentur für Arbeit schließt es darauf, dass die Bewerber durch die wirtschaftliche Unsicherheit dann zu alternativen Entscheidungen wie einem fortgeführten Schulbesuch oder ein Studium entschlossen. Neben dem demographischen Wandel führte auch der Mangel an Informationsgelegenheiten wie beispielsweise Messen oder Beratungsgespräche dazu.

© statista

Fachkräftemangel: Spielt die Region eine Rolle?

Auch die Region in Deutschland spielt Fachkräftemangel eine Rolle. Wie der KOFA Ländersteckbrief Deutschland zeigt, gibt es große Abweichungen zwischen Norden und Süden. Besonders die wirtschaftsstarken Bundesländer Bayern und Baden-Württemberg haben mit dem Fachkräftemangel zu kämpfen.

In Bayern ist in den fränkischen Regierungsbezirken und in der Oberpfalz ein Engpass an offen Stellen von 60 bis 70% gemeldet, für die es keine passenden qualifizierten Arbeitskräfte gibt. Nordhorn im Regierungsbezirk Detmold in NRW liegt als einziger Bezirk in ganz Deutschland mit über 70% an offenen Stellen ohne passende Arbeitskräfte beim Maximum. Mit knapp über 12% liegen Wuppertal und Köln auf Platz eins mit der geringsten Stellenüberhangsquote.

Wie kann man dem Mangel an qualifizierten Fachkräften entgegenwirken?

Um als Unternehmen nicht am Fachkräftemangel zu verzweifeln oder schlimmstenfalls daran zu scheitern, ist es wichtig, sich als attraktiver Arbeitgeber zu präsentieren. Dafür gibt es einige Maßnahmen, die ergriffen werden können, damit das Unternehmen sich auf dem Arbeitsmarkt positiv vom Konkurrenten abhebt.

Hierzu haben wir passende Beiträge erstellt und erklären beispielsweise, warum Benefits & Employer Branding Maßnahmen so wichtig sind.

Außerdem findest du auf agrajo weitere spannende Inhalte rund um das Berufsleben:


Du willst gemeinsam mit uns dem Fachkräftemangel entgegenwirken? Kein Problem! Egal, ob Bewerber oder Unternehmen kannst du dazu beitragen, indem du dich in unserem agrajo-Stellenmarkt bewirbst oder als Unternehmen von unseren Vorteilsangeboten profitierst!

Newsletter

Abonniere jetzt den kostenlosen agrajo Newsletter und bleib auf dem Laufenden, wenn es um aktuelle Stellenanzeigen und Infos rund um die Themen Beruf und Karriere geht.