Berufliche Weiterbildung: diese Fördermöglichkeiten gibt es

Die Berufe werden heutzutage durch die technologische Entwicklung, internationale Standards, neue Kundenanforderungen und zunehmende Spezialisierung immer anspruchsvoller. Um mit den steigenden Anforderungen am Arbeitsplatz Schritt halten zu können, müssen die eigenen Fertigkeiten und Kompetenzen kontinuierlich erweitert werden.

Der Schlüssel hierfür heißt: berufliche Weiterbildung. In unserem Beitrag erfährst du, welche Optionen der beruflichen Weiterbildung du hast und wie du individuelle Ziele in Angriff nimmst und deine Karrierewünsche erfüllst!

Vorteile beruflicher Weiterbildung: Aufstiegschancen erhöhen

Die berufliche Weiterbildung wird laut Definition als ein Bildungsvorgang beschrieben, der eine vorhandene berufliche Vorbildung – wie ein abgeschlossenes Studium oder eine abgeschlossene Ausbildung – vertieft oder erweitert. Hierbei wird zwischen Anpassungs- und Aufstiegsfortbildungen unterschieden.

Anpassungsfortbildungen stellen den Regelfall der beruflichen Weiterbildung dar. Sie dienen dazu, zusätzliches Fachwissen oder neue Kompetenzen für den Beruf zu erwerben, vorhandenes Wissen aufzufrischen oder der technischen Entwicklung anzupassen. Typische Beispiele für Anpassungsfortbildungen sind Schulungen in neuer Software oder Technik sowie Veranstaltungen zu rechtlichen Änderungen. Durchgeführt werden diese beruflichen Weiterbildungen häufig von Bildungseinrichtungen der Kammern, von Berufsverbänden oder von privaten Bildungsdienstleistern. Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhalten nach der Weiterbildungen häufig ein Zertifikat oder eine Teilnahmebescheinigung.

Aufstiegsfortbildungen setzen eine abgeschlossene Berufsausbildung sowie Berufserfahrung voraus. Die Inhalte sind fixiert und am Ende der Weiterbildung erhält der Arbeitnehmer einen zusätzlichen, staatlich anerkannten Berufsabschluss. Typische Abschlüsse sind beispielsweise der Meister, Techniker, Fachwirt oder Fachbetriebswirt. Der Abschluss wird durch eine Prüfung bei der zuständigen Stelle – beispielsweise der Landwirtschaftskammer – erlangt.

Weiterbildungsmöglichkeiten für Landwirtinnen und Landwirte: Diese 4 Möglichkeiten gibt es

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Weiterbildungsmaßnahmen: beruflich am Ball bleiben

Wer eine berufliche Weiterbildung plant, sollte zunächst überlegen, seinen Arbeitgeber auf seinen Weiterbildungswunsch anzusprechen. Schließlich profitiert das Unternehmen davon, wenn die Mitarbeiter aufgrund höherer Qualifikation ihre Aufgaben besser wahrnehmen oder sogar neue Aufgaben übernehmen können. Einige Unternehmen haben dies bereits erkannt und bieten ihren Mitarbeitern regelmäßig interne und externe Weiterbildungen an – halte in Stellenanzeigen Ausschau nach den angegebenen Benefits.

Leider hat der Arbeitnehmer keinen Rechtsanspruch darauf, dass der Betrieb die Weiterbildung zahlt – insbesondere nicht für freiwillige Fortbildungen. Wenn der Chef die Weiterbildungsmaßnahme jedoch selbst anordnet, so muss der Arbeitgeber auch die dadurch entstehenden Kosten für die berufliche Weiterbildung tragen. Wenn die Weiterbildung nicht am Arbeitsort stattfindet, muss er ebenfalls die An- und Abreise übernehmen sowie ggf. entstehende Überstunden vergüten.

Unser Tipp: Sprich bei deiner nächsten Gehaltsverhandlung nicht über dein Gehalt, sondern auch über das Budget für Weiterbildungen.

Berufliche Weiterbildung: Welche Fördermöglichkeiten gibt es?
Bevor du dich für eine berufliche Weiterbildung entscheidest, solltest du prüfen, ob diese auf gefördert wird. (© stock.adobe.com/insta_photos)

Berufliche Weiterbildung: Diese 7 Fördermöglichkeiten gibt es

Wer sich aus eigener Initiative und ohne Unterstützung seines Arbeitgebers weiterbilden möchte, muss dies in der Regel nicht komplett aus eigener Tasche zahlen. Der Staat bietet zahlreiche finanzielle Förderungen für die berufliche Weiterbildung an.

Aufstiegsfortbildungsförderung (Meister-BAföG): die Förderung für Fortbildungen

Anders als der Begriff vermuten lässt, kommt das Meister-BAföG nicht nur Meisterschülern, sondern auch den Teilnehmenden an anderen Aufstiegsfortbildungen zugute. Gefördert werden sowohl Vollzeit- als auch Teilzeitmaßnahmen. Für beide Weiterbildungsmaßnahmen zahlt der Staat einen Zuschuss von 30,5 % der Gebühren bis zu einer Grenze von 10.226 € pro Weiterbildung.

Die restlichen Kursgebühren können über ein zinsgünstiges Darlehen finanziert werden. Bei Vollzeitmaßnahmen kann zudem ein Beitrag zum Lebensunterhalt beantragt werden. Dieser besteht aus einer Zuschuss- und einer Darlehenskomponente.

Den Antrag für das Aufstiegs-BAföG kannst du einfach online ausfüllen!

Weiterbildungsstipendium: die Förderung für Berufstätige

Berufstätige bis 25 Jahren, die ihre Berufsausbildung mit der Note 1,9 oder besser abgeschlossen haben, können sich um ein Weiterbildungsstipendium bewerben. Die Stipendiaten bekommen drei Jahre lang die Weiterbildungskosten bis zu einer Höhe von jährlich 2.000 € erstattet. Die Stipendiaten müssen aber einen Eigenanteil von mindestens 10 % der Kosten selbst tragen.

Weitere Informationen über die Förderungsbedingungen und das Formular für die Bewerbung erhältst du auf der Internetseite vom Weiterbildungsstipendium.

Bildungsgutschein: Förderung der Agentur für Arbeit

Mit dem Bildungsgutschein übernimmt die Bundesagentur für Arbeit beziehungsweise das Jobcenter die Kosten der Weiterbildung bei drohender oder bestehender Arbeitslosigkeit. Ziel des Gutscheins ist es, die Arbeitslosigkeit abzuwenden oder einen fehlenden Berufsabschluss nachzuholen, um die Arbeitslosigkeit zu beenden.

Der Anspruch auf Arbeitslosengeld bleibt weiterhin erhalten.

Aqua: Bildungsangebot für arbeitslose Akademiker

Die Abkürzung „Aqua“ steht für Akademiker qualifizieren sich für den Arbeitsmarkt. Die Weiterbildungs-Angebote richten sich an arbeitslose Hochschulabsolventen, die für den (Wieder-) Einstieg in das Berufsleben eine qualifizierte Weiterbildung benötigen.

Weiterbildungen auf Landesebene: Fördermöglichkeiten der Bundesländer

In allen Bundesländern gibt es Förderprogramme, die sich vor allem an Mitarbeiter kleiner und mittlerer Unternehmen richten.

Eine Übersicht über Fördermaßnahmen in deinem Bundesland erhältst du im InfoWeb für Weiterbildungen.

Bildungsprämie: der Prämiengutschein für Weiterbildungen

Mit dem Programm „Bildungsprämie“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung wurden bis Ende des Jahres 2021 Selbstständige und Angestellte, die mindestens 15 Stunden in der Woche erwerbstätig sind und deren jährlich zu versteuerndes Einkommen maximal 20.000 beträgt, bei der beruflichen Weiterbildung gefördert. Der Prämiengutschein deckte die Hälfte der Kurskosten bis zu einer maximal Höhe von 500 € pro Kurs ab. Er konnte alle zwei Jahre beantragt werden – damit war eine Mehrfachnutzung erlaubt.

In der Geschichte der Bildungsprämie wurden über 400.000 Prämiengutscheine an Interessierte ausgegeben.

Wie lange darf eine Weiterbildung mit einem Bildungsgutschein dauern?

Das hing davon ab, für welche Weiterbildung die Bildungsprämie beantragt wurde. Ansonsten konnte die Prämie alle zwei Jahr neu beantragt und für eine weitere Weiterbildungsmaßnahme genutzt werden.

WeGebAU: Weiterbildungsinitiative der Agentur für Arbeit

Die Abkürzung „WeGebAu“ steht für die Weiterbildung Geringqualifizierter und beschäftigter älterer Arbeitnehmer in Unternehmen. Der Staat übernahm in den Jahren von 2006 bis 2019 bis zu 100 % der Kosten der geförderten Weiterbildungen. Für Geringqualifizierte erhielten die Arbeitgeber zusätzlich noch Lohnkostenzuschüsse.

Welche Weiterbildungskosten sind steuerlich absetzbar?

Komplett finanzierte berufliche Fortbildungen sind eher selten. Doch immerhin kannst du Kosten, die für eine berufliche Fortbildung aus eigener Tasche bezahlt wurden, bei deiner nächsten Steuererklärung beim Finanzamt geltend machen und somit von der Steuer absetzen.

Fazit: Wer sich weiterbildet, kommt weiter im Berufsleben

Eine Weiterbildung kostet nicht nur Geld, sondern auch Zeit. Die gute Nachricht: In den meisten Bundesländern haben Arbeitnehmer hierfür Anspruch auf eine bezahlte Freistellung von der Arbeit:

  • Bildungsurlaub
  • Bildungszeit
  • Bildungsfreistellung
  • Arbeitnehmerweiterbildung

In 14 von 16 Bundesländern ist der Anspruch gesetzlich verankert. Im Schnitt können Beschäftigte hier fünf Tage pro Kalenderjahr als Bildungsurlaub geltend machen. Die Voraussetzung hierfür ist, dass die berufliche Weiterbildungsmaßnahme als Bildungsurlaub anerkannt wird.


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