Das Übernahmegespräch: Alles was du wissen musst!

In deiner beruflichen Laufbahn wirst du viele entscheidende Gespräche führen – eines davon ist Übernahmegespräch. Egal ob gegen Ende der Ausbildung oder der Probezeit, ein Übernahmegespräch entscheidet über deine Zukunft in der Arbeitswelt und kann somit wie ein zweites Bewerbungsgespräch gesehen werden.

Aber wie läuft solch ein Gespräch überhaupt ab? Worauf solltest du achten und wie kannst du dich am besten auf das Übernahmegespräch vorbereiten? Die Antworten darauf und Tipps für eine erfolgreiche Übernahme findest du in unserem Artikel!

Was ist ein Übernahmegespräch?

Grundsätzlich wird in einem Übernahmegespräch klar, ob das Unternehmen, indem du gerade befristet arbeitest, dich übernimmt. Wenn du beispielsweise in der Ausbildung bist, hoffst du auf eine Festanstellung. Bist du zur Zeit Übernahmegespräches noch in der Probezeit ist, hoffst du darauf weiterhin beim Arbeitgeber arbeiten zu können. In einem Übernahmegespräch haben beide Seiten – also sowohl Mitarbeiter als auch Vorgesetzter – die Möglichkeit, über die bisherigen Zusammenarbeit zu sprechen.

Der Ablauf und die Inhalte des Übernahmegesprächs unterscheiden sich jedoch minimal, je nachdem, ob du eine Ausbildung dort absolviert hast oder deine Probezeit zu Ende ist.

Wann findet das Übernahmegespräch statt?

Das Übernahmegespräch findet meist zwei bis vier Wochen vor Ende der Ausbildung oder Probezeit statt und dauert in der Regel bis zu einer Stunde.

Besonderheit: Das Übernahmegespräch nach der Ausbildung

Hast du deine Abschlussprüfung der Ausbildung bestanden, ist das Ziel für dich und deinen Arbeitgeber erreicht und er hat dir gegenüber keinerlei Verpflichtungen mehr. Dein Unternehmen ist also nicht verpflichtet, dich nach deiner Ausbildung anzustellen. Hier ist es wichtig, deine Übernahmechancen von Anfang an abzuklären, um dich rechtzeitig darauf vorbereiten zu können.

Prüfe hierzu auch etwaige tarifliche Übernahmevereinbarungen, die es geben könnte. Die bevorstehende Übernahmemöglichkeit ist für Auszubildende demnach das wichtigste Thema eines Übernahmegespräches, es findet meist einen Monat vor dem Ende der Ausbildung statt.

Probezeit in der Ausbildung: Das solltest du wissen

Erfahre in unserem Beitrag alles Wichtige: Wie lange dauert die Probezeit? Kann ich während der Probezeit gekündigt werden? Und welche Fristen gibt es?

Das Übernahmegespräch nach der Probezeit

Fängst du in einer Firma an, unterschreibst du gleich zu Beginn deinen Arbeitsvertrag. Dieser wird normalerweise automatisch nach deiner Probezeit fortgesetzt, sofern weder du noch dein Arbeitgeber den Vertrag vorzeitig kündigen. Die Probezeit darf maximal 6 Monate betragen. Das Übernahmegespräch ist in diesem Fall eher eine Formalität, um einen ersten Zwischenstand der Zusammenarbeit abzufragen und mögliche Probleme, Fragen oder Wünsche zu besprechen. Zu einem späteren Zeitpunkt hast du in Feedback- oder Mitarbeitergesprächen die Möglichkeit, über die Zusammenarbeit zu sprechen.

Du kannst meist schon Wochen vor dem Übernahmegespräch abschätzen, ob der Betrieb dich weiterhin beschäftigt und du dort auch weiterhin arbeiten möchtest. Trotzdem solltest du dich auf das Übernahmegespräch vorbereiten – wir verraten dir, wie du dich vorbereitest.

Was erwartet dich im Übernahmegespräch?

Im Übernahmegespräch möchte dein Vorgesetzter mit dir über die bisherige Zusammenarbeit sprechen, möchte wissen, wie du deine Arbeit einschätzt und wie du im Arbeitsalltag zurecht kommst.

Im Allgemeinen läuft das Gespräch wie folgt ab:

  • Selbsteinschätzung – Beantworte selber folgende Fragen: Wie nimmst du deine Arbeit, deine Aufgaben und deine Leistung wahr? Wo siehst du in der bisherigen Zusammenarbeit deine Stärken oder wo möchtest du dich noch verbessern und entwickeln?
  • Beurteilung – dein Vorgesetzter wird deine Arbeit beurteilen
  • Gemeinsam werde ihr deine Stärken und Schwächen deiner Arbeit und eurer Zusammenarbeit beleuchten, an dieser Stelle hast du auch die Chance Feedback und Verbesserungsvorschläge zu geben
  • Gehalt, Urlaubstage etc.: in einem Übernahmegespräch nach der Ausbildung werde ihr zusammen über eine mögliche weitere Anstellung sprechen, hierbei wird es auch um Gehalt, Urlaubstage und weitere Rahmenbedingungen des Arbeitsvertrages gehen

Wie kannst du dich auf das Gespräch vorbereiten?

Auf das Übernahmegespräch kannst du dich zum einen vorbereiten, indem du mit Kollegen sprichst und fragst, wie die Gespräche bei deinen Kollegen abliefen. So erhältst du wichtige Tipps und Erfahrungswerte. Du kannst dich aber auch ganz subtil nach deinen Übernahmechancen erkundigen, wie etwa zum Ende deiner Ausbildung. So erfährst du, ob das Gespräch die letzte Gelegenheit ist, aus der Masse herauszustechen und dir die Stelle zu sichern.

Zum anderen solltest du wichtige positive Entwicklungen oder Projekte, an denen du gearbeitet hast, dokumentieren. So hast du Anhaltspunkte und Nachweise über deine Erfolge im Unternehmen, die du deinem Gegenüber vorlegen kannst. Dadurch wirkst du gut vorbereitet und dein Vorgesetzter merkt, wie wichtig dir das Gespräch und die Übernahme ist.

Gut vorbereitet für Übernahmegespräch
Hast du dich optimal auf das Übernahmegespräch vorbereitet, kannst du selbstbewusst auftreten.
(© stock.adobe.com/nenetus)

3 Tipps für das Übernahmegespräch

1. Tritt selbstbewusst auf

Glaub an dich und deine Fähigkeiten und sei dir deiner Wichtigkeit für das Unternehmen bewusst. Wenn du selbstbewusst auftrittst und verkörperst, dass du unverzichtbar bist, nimmt das dein Gesprächspartner wahr. Sei hier jedoch auf keinen Fall arrogant oder überheblich, du stehst schließlich am Anfang.

2. Bereite dich auf Gegenargumente vor

Überleg dir im Voraus, wie du auf eventuelle Kritik oder Einwände reagieren kannst. Greif hier auf keinen Fall zu Ausreden oder halbherzige Entschuldigungen. Höre dir die Kritik an, versuche sie zu verstehen und zeige dich lernwillig und selbst reflektiert. So vermittelst du deinem Vorgesetzten die Bereitschaft, dich weiterzuentwickeln und dich zu engagieren.

3. Haltet Vereinbarungen schriftlich fest

Möchte der Betrieb dich unbedingt behalten und versucht dich zu überzeugen, werden oftmals viele Dinge versprochen und mitunter später nicht umgesetzt. Um dem vorzuwirken, sollte ein Protokoll des Gesprächs angelegt und von beiden Parteien unterschrieben werden. Mündliche Zusagen sind ohne Zeugen oder schriftliche Vereinbarungen nicht verbindlich und so gehst du auf Nummer sicher und vermeidest spätere Enttäuschungen.

Was passiert nach einem Übernahmegespräch?

Nach dem Gespräch entscheidet sich für dich deine weitere Laufbahn. Der bestmögliche Outcome ist mitunter die Zusage für die Übernahme. Dein neuer Vertrag wird aufgesetzt oder es werden Veränderungen an deinem bestehenden Vertrag vorgenommen. Hier solltest du genau kontrollieren, ob alles, was im Übernahmegespräch festgesetzt wurde, auch richtig umgesetzt worden ist.

Solltest du nach deinem Gespräch keine Zusage für eine Übernahme erhalten haben, ist das erstmal sehr enttäuschend. Versuche trotzdem nochmal mit deinem Vorgesetzten zu sprechen und mögliche Gründe für die Absage zu erhalten. So weißt du, woran es gelegen hat und kannst dich weiterentwickeln und aus deinen Fehlern lernen.

Manchmal hat es aber auch gar nicht an deiner Person gelegen. Vielleicht hat das Unternehmen aktuell nicht die Mittel dich fest anzustellen und du kannst zu einem anderen Zeitpunkt nochmal versuchen, dich zu bewerben.


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