Mikrobiologen in der Landwirtschaft: Das Berufsbild im Überblick

Mikrobiologen erforschen Mikroorganismen, zu denen beispielsweise Viren und Bakterien gehören. Als Mikrobiologin oder Mikrobiologe bist du jedoch nicht nur im Bereich Pharma- oder Biotechnologie unterwegs, sondern findest auch Aufgabenbereiche in der Landwirtschaft. Solltest du dich für eine entsprechende Karriere in der Agrarbranche interessieren, hast du mehrere Wege, auf die du in der Branche Fuß fassen kannst.

Mikrobiologen haben im Bereich der Landwirtschaft die Chance einen Teil dazu beizutragen, die Klimakrise zu bewältigen. Denn neben den Sektoren Industrie und Verkehr zählt auch die Landwirtschaft zu den Treibern des Klimawandels, zudem leiden Landwirte vermehrt unter den Folgen des Klimawandels. Erfahre im Artikel weiteres über das spannende Berufsbild!

Mikrobiologie begegnet uns häufig im Alltag

Viren oder Bakterien haben in der breiten Öffentlichkeit ein eher schlechtes Bild. Häufig verbinden wir sie mit Krankheiten. Was jedoch dabei komplett unter den Tisch fällt, ist, dass uns solche Mikroorganismen auch behilflich sein können.

Tatsächlich sieht es sogar nach aktuellem Wissenstand so aus, dass die positiven Viren und Bakterien überwiegen, und zwar millionenfach, und die schlechten Krankheitserreger nur einen kleinen Teil ausmachen. Dabei hat jeder Mikroorganismus einen festen Platz in einem festen System.

Kaum einer von uns wird sich jedoch darüber Gedanken machen, wo uns im Alltag solche Mikroorganismen begegnen, doch sie sind tatsächlich allgegenwärtig. Bei Milchprodukten sorgen Bakterien beispielsweise dafür, dass wir Joghurt oder Käse genießen können. Die Organismen, die in Hefe enthalten sind, helfen uns leckeres Brot zu backen oder Bier zu brauen. Es gibt wohl kaum keinen Bereich, in dem wir nicht von solchen Mikroorganismen profitieren können.

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Mikrobiologie für eine nachhaltige Landwirtschaft

In der Landwirtschaft gewinnen Mikroorganismen seit einigen Jahren an Bedeutung. Grund hierfür ist die voranschreitende Klimakrise. Weltweit ist die Landwirtschaft für etwa ein Viertel aller Treibhausgasemissionen verantwortlich.

Nicht umsonst steht in diesem Zusammenhang der hohe Fleischkonsum dabei oft medial im Fokus.  Die Thematik ist sehr viel komplexer als sie auf den ersten Blick scheint. Ein Teil der Problematik ist die Rodung von Wäldern, um Futterflächen für die sogenannten Nutztiere zu schaffen.

Um den Hunger einer ständig steigenden Weltbevölkerung zu stillen, soll das Maximum aus dem Boden „geholt“ werden, indem Düngung zum Einsatz kommt. Wird nicht zeitgerecht oder mehr Stickstoff gedüngt als die Pflanzen aufnehmen können, hat dies zur Folge, dass vor allem Distickstoffmonoxid (auch Lachgas genannt) sowie Kohlenstoffdioxid emittieren. Neben diesen beiden Gasen ist auch Methan, welches die Rinder bei der Verdauung der pflanzlichen Nahrung ausstoßen, zu erwähnen. An dieser Stelle muss jedoch auch angemerkt werden, dass Methan im Gegensatz zu Kohlenstoffdioxid nach zehn Jahren wieder abgebaut wird.

Um die Auswirkungen der Landwirtschaft auf den Klimawandel zu minimieren, kommt die Mikrobiologie ins Spiel. Forschende versuchen unter anderem umweltfeindliche und klimaschädliche Pestizide und Dünger mit Mikroorganismen zu ersetzen.

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© unsplash.com/Chris Ensminger

Das Mikrobiologie Studium: das lernst du im Studium

Du kannst die Forschung auf diesem Gebiet der Mikroorganismen in der Landwirtschaft selbst ein Stück weiter voranbringen und dich in die Chronologie erfolgreicher Wissenschaftler*innen einreihen, die an der Entwicklung und der Forschung im Bereich der Effektiven Mikroorganismen beteiligt sind.

Dazu musst du jedoch zunächst die passende Ausbildung absolvieren. Du kannst dich beispielsweise für ein Studium der Mikrobiologie entscheiden. Dabei erforschst du in erster Linie Mikroorganismen wie etwa Viren und Bakterien und ihre Wirkung auf die Umwelt.

Das sechssemestrige Studium ist sehr praxisorientiert, weshalb du einen großen Teil deiner Zeit am Mikroskop und im Labor verbringen wirst. Du lernst dabei unter anderem, wie die Organismen wachsen und wie du dieses Wachstum messen, berechnen und steuern kannst.

Danach kannst du dich im Masterstudiengang auf einen bestimmten Schwerpunkt fokussieren. Für die Landwirtschaft wäre wohl die mikrobielle Ökologie sinnvoll. Durch eine Promotion in dem Bereich kannst du am Ende deine Karriereoptionen vergrößern.

Alternative: Ausbildungsberuf Biotechnologische Assistenz

Mit einer Ausbildung zur Biotechnologischen Assistentin beziehungsweise zum Biotechnologischen Assistenten, kannst du ebenfalls später einmal im Bereich der Landwirtschaft Fuß fassen. Hier sind die Zugangsvoraussetzungen nicht so hoch wie beim Studium der Mikrobiologie. Du benötigst lediglich den mittleren Bildungsabschluss. Beachte jedoch dabei, dass es sich um eine schulische Ausbildung handelt, bei der du zwei Praktika, beispielsweise an einer Hochschule, absolvieren musst.

Während der Ausbildung lernst du mikrobiologische Arbeitstechniken, Methoden der Zellkultur oder auch gentechnologische Methoden kennen. Der Vorteil bei dieser Ausbildung ist, dass du zusätzlich zum Berufsabschluss noch die Fachhochschulreife erwerben kannst. Dadurch kannst du dein Wissen nach der Ausbildung noch im Rahmen eines Studiums der Mikrobiologie weiter vertiefen. Die Ausbildung bietet die ideale Grundlage für das Studium.

Tätigkeitsfelder für Mikrobiologen in der Landwirtschaft

Wie bereits erwähnt, forschen Mikrobiolog*innen in der Landwirtschaft hinsichtlich des Einsatzes von Mikroorganismen. Hier wird beispielsweise am Einsatz von Bakterien als Düngezusatz geforscht. Auch im Pflanzenschutz wird der Einsatz von (gutartigen) Pilzen und Bakterien bei Nutzpflanzen geprüft.

In der Agrarbranche kannst du bei einer Vielzahl von Pflanzenzüchtungs- und Pflanzenforschungsunternehmen tätig werden.

Fazit: zukunftsfähiges Berufsfeld

Mikrobiologie werden auch in Zukunft einen großen Stellenwert in der Landwirtschaft haben. Mit einem Studium oder einer Ausbildung in diesem Bereich entscheidest du dich also für ein zukunftsfähiges Berufsfeld und einen sicheren Arbeitsplatz.


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