Interview mit einem Tierwirt: Eselzucht & Besuchervergnügen auf dem Eselhof Allinger

Der 21-jährige Patrick Allinger bewirtschaftet gemeinsam mit seiner Familie den Eselhof Allinger im schwäbischen Untrasried. Neben der Eselzucht bietet die Familie für tierliebe Besucher auch Esel- & Alpakatouren sowie Kutschfahrten an.

Im Interview gibt er uns einen spannenden Einblick in seinen Alltag am Hof, die Pflege seiner Tiere und Eselwanderungen.

Wie kam es zu deiner Eselzucht?

Patrick Allinger: Den ersten Esel habe ich zu meiner Erstkommunion bekommen und mit der Eselstute Emilia hat alles angefangen. Mittlerweile setzten wir unsere Tiere hauptsächlich zur Landschaftspflege ein und sorgen dafür, dass seltene Biotope und wertvolle, artenreiche Naturschutzflächen noch lange erhalten bleiben. Zudem sind auch Eselwanderungen, Alpakawanderungen und Eselkutschfahrten auf unserem Hof möglich. Esel begeistern mich schon seit meiner Kindheit. Die gutmütigen und sanften Tiere muss man einfach gern haben. Abgesehen davon, war die Eselzucht nicht von Anfang an in diesem Ausmaße geplant, sondern hat sich im Laufe der Zeit aus Liebe zu den Tieren entwickelt. Es war auf jeden Fall die richtige Entscheidung.

Was ist die Besonderheit an der Eselhaltung?

Patrick Allinger: Esel haben kein absolut wasserdichtes Fell. Das heißt sie sollten bei lang anhaltender nasskalter Witterung Zugang zu einem Unterstand oder dergleichen haben. Außerdem müssen Esel eher auf trockenen, mageren Böden gehalten werden, da ansonsten Hufprobleme die Folge sein können.

Wie läuft ein typischer Tag bei euch auf dem Hof ab?

Patrick Allinger: In der Früh werden alle Esel im Stall und rund um den Hof versorgt. Dann geht es oft auf Wanderschaft mit eselbegeisterten Menschen, die sich für unsere Tour entschieden haben. Anschließend werden sie vor die Kutsche gespannt und es gibt eine gemütliche Ausfahrt. Danach werden noch die Weiden der Esel, die weiter vom Hof entfernt sind, kontrolliert.

Wie viele Tiere habt ihr auf eurem Hof?

Patrick Allinger: Aktuell leben rund 70 Esel, 150 Hühner, neun Pferde, zwölf Alpakas, 10 Ziegen, zwei Schafe, Papageien und Katzen auf unserem Hof.

Was bereitet dir bei der Arbeit mit den Tieren am meisten Freude?

Patrick Allinger: Ich mag die Vielfalt an Aktivitäten, die wir mit unseren Eseln durchführen und anbieten. Von der Eselwanderung, mit vielen verschiedenen Menschen, bis hin zur einsamen Weide, mit grasenden Eseln. Ich schätze die Ruhe und Gelassenheit der Esel. Sie sind zudem sehr neugierig und lieben es, gekrault zu werden.

Was macht ein Tierwirt?

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Welche Herausforderung birgt deine Arbeit?

Patrick Allinger: Ich denke das ist die viele Überzeugungsarbeit, die im Hinblick auf die Esel geleistet werden muss. Sei es im Bereich der Landwirtschaft, dass auch Esel Nutztiere sein können und beispielsweise den Sommer über draußen leben können ohne jeden Tag gestriegelt  und betüddelt zu werden zu müssen, oder bei der Arbeit am Hof, wo immer wieder das Vorurteil des sturen und störrischen Esels auftaucht. All das beruht leider auf einer falschen Denkweise, die seit Jahrhunderten den Esel als dumm und minderwertig darstellt. Glücklicherweise ist in den letzten Jahren ein leichter Wandel dieser Anschauungsweise zu spüren und Esel erfreuen sich gerade im Freizeitbereich immer größer werdender Beliebtheit

Worauf sollte man bei der Eselauswahl achten?

Patrick Allinger: Zuerst einmal sollte man sich mindestens zwei Esel anschaffen, da sie sehr verträgliche und soziale Tiere sind, die keinesfalls ohne weitere Artgenossen gehalten werden sollten. Es ist für einen Laien relativ schwierig einen gesunden Esel zu erkennen aber es gibt doch ein paar Punkte, die beachtet werden können: die Hufe des Esels sollten in gutem Zustand sein, da dies sozusagen das Fundament des Tieres ist. Des Weiteren lohnt sich immer ein Blick ins Maul, um den Zustand der Zähne in Erfahrung zu bringen. Hier sollten am besten keine großen Unregelmäßigkeiten zu erkennen sein, die den Esel beeinträchtigen könnten. Zuletzt kann man noch den Allgemeinzustand beurteilen, ob der Esel aufrecht und wohlgeformt  da steht.

Auf eurer Homepage heißt es, ihr bietet auch Eselwanderungen an. Wie läuft eine solche Tour ab?

Patrick Allinger: Die Tour beginnt immer mit dem Striegeln der einzelnen Tiere. Anschließend werden die Esel am Halfter geführt und wir laufen einen ca. 3 km langen Rundweg. Vorbei an unseren Alpakas, den Pferden, den Rieseneseln und den Hühnern. Der Weg führt großteils durch ein Waldgebiet und spendet somit im Sommer ausreichend Schatten und im Winter ein zugfreies Plätzchen. Die Wandertouren sind mit Eseln und Alpakas jeweils ganzjährig möglich.

(© Eselholf Allinger)

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