FAQs: Alles wissenswerte zum Dualen Studium

Aktuell sind circa 122.000 Studierende in Deutschland in einem dualen Studiengang eingeschrieben. Für sie ist die Kombination aus Theorie und Praxis der ideale Weg zum erfolgreichen Berufsabschluss.

Weil das Prinzip des Dualen Studiums bisher mit einem Anteil von 4,2 % unter den Studierenden eher ein Nischendasein fristet, räumen wir mit Vorteilen und Mythen auf und beantworten die meist gestellten Fragen rund um das Duale Studium.

Was ist ein duales Studium?

Das duale Studium ähnelt dem dualen Ausbildungssystem: Während des Studiums an einer Hochschule arbeitest du zusätzlich bei einem Unternehmen, auch als „Praxispartner“ bezeichnet. Der hohe Anteil von Praxiseinsätzen und damit einhergehend steigender Berufserfahrung unterscheidet diese Studienart von einem Studium in Vollzeit.

Im dualen Studium werden Vorlesungen und Praxistage aufgeteilt. Je nach Bildungseinrichtung unterscheidet sich das angewandte Praxismodell:

  • Arbeitsmodell „geteilte Woche“: Du hast an zwei Tagen Vorlesungen und arbeitest an 3 Tagen im Unternehmen
  • Arbeitsmodell „abwechselnde Woche“: Du hast abwechselnd eine Woche Vorlesungen und arbeitest eine Woche im Unternehmen
  • Arbeitsmodell „Semesterteilung“: Du hast in drei aufeinander folgenden Monaten Vorlesungen und arbeitest dann einen Monat durchgehend im Unternehmen

Gehalt: Wie viel verdient man im Dualen Studium?

Im dualen Studium zahlt dein Praxispartner in erster Linie deine Studiengebühren. Das Vorteilhafte an einem dualen Studium ist neben der Berufserfahrung die Ausbildungsvergütung, die du von deinem Praxispartner erhältst. Diese steuerfreie Vergütung, eine Art Taschengeld, wird individuell mit dem Praxispartner abgestimmt und unterscheidet sich daher je nach Studiengang und Unternehmen.

Nach dem Abschluss des dualen Studiums, für das du keine Studiengebühren gezahlt hast, hast du nicht nur einen Bachelorabschluss in der Tasche, sondern bereits Berufserfahrung gesammelt.

Duales Studium der Agrarwirtschaft: Ausbildung mit Bachelor verbinden

Du hast Interesse an einem dualen Studium im Bereich Agrar? Dann haben wir hier einen spannenden Studiengang für dich: Das Duale Studium der Agrarwirtschaft.

Duales Studium: Wie findet man einen Praxispartner?

Um einen Praxispartner für dein duales Studium zu finden, musst du im Vorfeld Eigeninitiative zeigen. Du bewirbst nicht nur bei einer Hochschule auf einen Studiengang, sondern musst nebenbei eigenständig einen Praxispartner finden. Daher ist es wichtig, mehrere Bewerbungen zu schreiben und in dem Anschreiben bereits dein Anliegen zu erläutern. Der Bewerbungsprozess, um einen Praxispartner zu finden, gleicht einer Jobsuche.

Bewerbungs-Tipp: Such nach Werkstudenten-Stellen

Bei der Suche nach Stellen für das Duale Studium ist es hilfreich, nach „Werkstudenten“-Jobs zu suchen, da selten proaktiv Jobs für Duale Studierende ausgeschrieben werden.

Sobald du einen Praxispartner gefunden hast, ist es wichtig direkt aufzuklären, dass du als dualer Student arbeiten möchtest, sodass sich das Unternehmen der Verantwortung bewusst wird.

Viele Hochschulen haben auch ihren eigenen „Unternehmenspool“, sprich Unternehmen, mit denen sie bereits zusammengearbeitet haben. Auch dort ist es vorteilhaft, sich zu auf das passende Unternehmen bewerben. Dadurch, dass die Arbeitgeber bereits Erfahrung mit dualen Studierenden haben, ist es sehr wahrscheinlich, dass sie weitere einstellen.

Die Vor- und Nachteile des Dualen Studiums

VorteileNachteile
sehr praxisnahe Studienform: Festigung von theoretischem Wissen in der Praxisduales Studium ist sehr arbeitsintensiv
Studienabschluss und Berufserfahrung in einemerschwerter Studienabbruch im dualen Studium
Finanzierung: Studiengebühren und Praxisvergütung durch den Praxispartnerkaum Vorbereitung auf eine wissenschaftliche Laufbahn
gute Studienbedingung (Vorlesungen in kleinen Gruppen)Festlegung auf einen Arbeitsbereich
hohe Übernahmechance nach dem Studium beim Praxispartner

Bekommt man als dualer Student BAföG?

Grundsätzlich spricht nichts dagegen, dass du als Dualer Student auch BAföG erhältst. Dadurch, dass duale Studenten während dem Studium Geld verdienen, herrscht die Annahme, dass BAföG bei dualen Studenten direkt ausgeschlossen wird. Wenn aber die BAföG-Anforderungen stimmen, sind die Chancen hoch, BAföG zu bekommen. Die Höhe der monatlichen Auszahlungssumme hängst dabei unter anderem von der Stadt, in der du lebst, ab sowie davon, wie viel deine Eltern verdienen und ob du bei deinen Eltern, in einer WG oder alleine wohnst. Daher können wir dir nicht verraten, wie viel BAföG du am Ende erhalten wirst – stell am besten einen Antrag und lass dir die finanzielle Unterstützung vorrechnen.

BAföG: So funktioniert die Studienfinanzierung

Wer erhält eigentlich BAföG, wie hoch sind die Hürden und wie beantrage ich BAföG? Wir verraten dir alles wichtige über die Studienfinanzierung!

Studienabbruch: Wie bricht man das Duale Studium ab?

Das duale Studium abzubrechen ist schwieriger als bei einem normalen Studium. Als dualer Student bist du nicht nur an die Uni bzw. Hochschule, sondern auch an deinen Praxispartner gebunden. Du kannst das duale Studium auf zwei Wegen abbrechen.

Option 1: Studienfach im dualen Studium wechseln

Wenn dir dein Studienfach nicht gefällt, kannst du das Fach intern wechseln und ein anderes Studienfach an deiner Uni beginnen. Wenn das Problem jedoch deine Unzufriedenheit mit der Uni oder Hochschule selbst ist, musst du ein neues Bildungsinstitut finden und zu deinem bisherigen Studienfach oder einem anderen wechseln.

Wichtig: Der Wechsel des Studienfachs oder der Hochschule sollte immer in Absprache mit deinem Praxispartner geschehen. Eine offene Kommunikation mit dem Arbeitgeber ist hierbei überaus wichtig!

Option 2: Praxispartner im dualen Studium wechseln

Wenn dir ein Wechsel des Praxispartners vorschwebt, ist es wichtig zu beachten, dass der Praxispartner mitunter eine Rückzahlung der Studiengebühren erwarten kann, da vertraglich vorgeschrieben war, dass du Zeit bis zum Studienabschluss im Unternehmen arbeitest. Dieser Fall variiert jedoch von Unternehmen zu Unternehmen.

Sei dir jedoch bewusst, dass die vertragliche Regelung einen kompletten Abbruch von Hochschule und dem Praxispartner sehr schwierig gestaltet. Auch hier ist es möglich, dass der Praxispartner einen Anteil des Geldes zurückmöchte. Normalerweise werden jedoch deine Stunden, die du gearbeitet hast, hochgerechnet und dann entschieden, ob diese Maßnahme nötig ist. Die gezahlten Studienkosten errechnen sich nach den absolvierten Semestern. Im Ausbildungsvertrag kann geregelt sein, dass die restlichen zu absolvierenden Semester ebenfalls bezahlt werden müssen. Der Wechsel des Praxispartners wird individuell verzogen und ist immer vom Vertrag abhängig.

Fazit: Gute Berufschancen dank Dualem Studium

Abschließend ist zu sagen, dass dir das Duale Studium einen großen Vorsprung in der Arbeitswelt gegenüber einem herkömmlichen Vollzeit-Studium bietet. Du kannst dein theoretisches Wissen bereits während der Berufsausbildung anwenden und vertiefen. Jedoch ist das duale Studium nicht für alle geeignet. Deswegen ist es wichtig, dass du dich im Vorfeld genügend informierst.


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